ehem. Giulini Alcoa-Hütte neben “Neubruch”
Aktuell (Mitte 2008) wurden 103.000 Kubikmeter mit Arsen und Blei, sowie anderen Schwermetallen versetzter und somit schwer belasteter Boden des Ofenhallendamms unter der ehemaligen Alcoa-Hütte in Rheingönheim abgetragen und zu einem etwa 6m hohen Berg aufgeschüttet (leider näher zum Wohngebiet). Geplant waren Anfangs 87.000 Kubikmeter (siehe Pressemitteilungen), doch Mehraufwand machte Nachträge notwendig.
“Betreten verboten, kontaminierter Bereich” liest man auf einem Schild am Bauzaun und die LKW die das Areal verlassen fahren über ein mit Wasser gefülltes Metallbecken um grob von der Kontaminierung befreit zu werden. Betrachtet man allerdings dieses verschmutzte Wasser und mit welcher Geschwindigkeit die LKW´s darüber fahren und die Brühe dann auf der Straße verteilen, wirkt das nicht gerade vertrauenserweckend – zumal ein abspritzen mit Dampfstrahlern (wie man im TV schon sehen konnte) sicher mehr Erfolg versprechen würde. An den heißen Tagen konnten bei entsprechendem Wind auch die Verwehungen von Stäuben dieses Berges in Richtung Rheingönheim beobachtet werden. Wir haben die Fraktion der Grünen informiert, da uns die am geeignetsten erschien um Umweltfragen zu bearbeiten.
Dieser Berg soll nun nicht fachgerecht entsorgt und somit für alle Zeit gelöst werden, sondern “eingehaust” werden (oftmals auch “deckeln” genannt, auch bekannt vom Tschernobil-Unfall). So nennt man eine Verkapselung indem man den Berg z.B. mit einer Asphaltschicht überzieht und so ein Eindringen von Wasser verhindert und damit eine Versickerung der Altlasten. Dauerhaft gelöst ist das Problem also nicht, eher verschoben in die Zukunft, wohlwissend dass die Entsorgung von Problemabfällen keinesfalls günstiger wird (die Erfahrung wird ja auch gerade mit dem Metrogelände in der Gartenstadt gemacht).
“Aus Giftmüllhalde soll Gewerbegebiet werden” war in der Presse zu lesen, als bekannt wurde, was die Stadt mit diesem Gebiet in unmittelbarer Nähe zum Neubruch vorhat. Auch der derzeitige Wertstoffhof soll näher zum Wohngebiet kommen, der Umzug ist bereits geplant und die alten Flächen der Bauschuttdeponie bzw. des bisherigen Wertstoffhofes, sollen bis 2011 zu einem künstlich geschaffenen Naherholungsgebiet umgestaltet werden.
Das Verständnis für Wohlfühleffekte mit hohem Wohnwert, verbunden mit zweckmäßiger Nähe zur Entsorgung von alten Wertstoffen, einer Giftmüllhalde und einem künstlichen Naherholungsgebiet, das fehlt uns gänzlich !
Die Bewohner des Neubruchs wurden aber sicher alle vorher ausführlich über die Verhältnisse in und um Rheingönheim aufgeklärt (oder etwa nicht?), schließlich will man die langfristigen Planungen einer Stadt kennen, bevor man sich niederlässt und 30 Jahre oder mehr finanziert.
Es lässt sich auch gut wohnen in der Nähe des grünen Südens, der ja mittlerweile viel südlicher liegt, oder wird der jetzt künstlich wieder näher geholt auf den alten Flächen des Wertstoffhofes und der Bauschuttdeponie?
Jedenfalls hat der Neubruch große Zuwachszahlen laut Stadt – bleibt abzuwarten, ob das so bleibt.
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Dieses Schild mit ausdrücklichen Warnhinweisen, soll vor Befahren des Geländes informieren – allerdings viel zu klein und vom LKW aus nicht zu lesen.
Kontrolliert jemand das “Rücksetzen” bei der Ausfahrt ? Beobachten konnten wir es jedenfalls nicht.
Dieses seltsame kleine Wasserbad soll die LKW´s ausreichend reinigen von der Kontaminierung des befahrenen Gebietes – anderenorts werden die Laster vorher abgestrahlt und durch Becken gelotst, deren Wasser ständig gereinigt/gewechselt wird um auf Nummer sicher zu gehen. Ob das hier reicht ?

Nicht gerade klein, die Berge die “eingehaust” oder “gedeckelt” werden sollen….
Enorme Abtragungen waren notwendig, hier wird das Ausmaß einigermaßen ersichtlich…


Genügend Platz für die Verlagerung des Wertstoffhofes hierher….und natürlich den dazugehörigen Verkehr…

Hier nochmal von der Straßeneinmündung aus (gegenüber Brückweg) unweit des “Neubruch”-Gebietes:



