25. März 2008
Pressemeldung
immer mehr BI´s in Ludwigshafen! (Presse-Verteiler Regional und Überregional)
zum Planungsgebiet „Im Oberfeld“ und geplante Ansiedlung der Fa. Vögele
BI fordert Verkehrswertgutachten 1) und gelebte soziale Verantwortung 2):
1)
Die Stadt Ludwigshafen hat aktiv „Ackerland“-Grundstücke von etwa 52 Eigentümern und ihre eigenen Flächen vermittelt, so dass vor jeder Veröffentlichung die Grundstücke zum Schnäppchenpreis (14.-€) an den Investor verkauft wurden, wohlwissend, dass eine gewerbliche bzw. industrielle Nutzung erfolgen soll.
Hier wäre zumindest der Verkehrswert für Gewerbefläche anzusetzen gewesen. Der laut städtischen Unterlagen, im Internet einzusehende „Bodenrichtwert“, liegt zwischen 80 und 90 € für Rheingönheim.
Unklar ist auch, welche Rolle genau die Stadt bei den Veräußerungsgeschäften gespielt hat – auch hier hält man sich merkwürdiger Weise sehr bedeckt (unabhängig von Zahlen).
Von anderen Grundstücksgeschäften wissen wir, dass es geläufig ist ein Verkehrswertgutachten zur realen Veräußerung zu erstellen, das erspart evtl. Vorwürfe verdeckter Subventionen durch Steuergeldver-schwendung und Verschwendung von Gemeindevermögen.
Wo sind diese Verkehrswertgutachten sowohl für die Planungsfläche, als auch für die Ausgleichsflächen die den Veräußerern angeboten wurden zum „Bodenrichtwert“ – und wer hat die Plausibilität geprüft?
2)
Bei einer Einwohnerversammlung am 18.03.2008, hat Hr. Dr. Pawlik (Vorstand d. Fa. Vögele) die von Hrn. Dr. Jeromin (Rechtsbeistand der Fa. Vögele) am 20.02.2008 im Rathauscenter Ludwigshafen getroffene Aussage über die Höhe der beschäftigten Leiharbeiter von 15% auf 28% berichtigt!!
Wir meinen, dass 28% Leiharbeiter eine immense Zahl ist, um auch einmal die Geschäftsmoral und die Verantwortung gegenüber unserer Gesellschaft zu hinterfragen?
Generell hat man den Eindruck als würde die Stadt Ludwigshafen hier Lohndumping auch noch mit Flurdumping unterstützen und das Land fördert das ganze noch mit unseren Steuergeldern.
Es fühlt sich an, als kauft man sich ein faules Ei ein, um es uns dann als goldenes Ei unterzujubeln!
Einzig die Fraktion der Grünen wagte bereits vorher den Sinn dieser Ansiedlung generell an diesem Standort in Frage zu stellen – mangelt es den großen Fraktionen an Weitsicht?
Sicher, wir brauchen starke Industriepartner in unserer Stadt, aber nur solche die zeigen, dass Sie soziale Verantwortung tragen können und dies auch durch vergangenes Handeln belegen können.
Hier sieht es leider so aus, dass der Investor vor Jahren schon in Slowenien das getan hat, was man Nokia heute vorwirft und als Resultat des missglückten Versuchs nun fast 30% Leiharbeiter beschäftigt und laut Mannheimer Morgen vom 17.01.2008, die Beschäftigten zur Standortsicherung in Mannheim täglich 40 Minuten unbezahlte Mehrarbeit leisten dürfen.
Ein Weltmarktführer mit angeblich vollen Auftragsbüchern, der auf dem Rücken seiner Mitarbeiter satte Gewinne einfährt und ihnen als Dank, tägliche, unbezahlte Mehrarbeit aufbürdet und als Erlösung beim Standortwechsel weitere Einbußen beschert durch einen schlechteren Tarif und weitere Anfahrtswege und somit größere Anreisekosten sichert, der denkt nur an einen – nämlich an sich selbst.
Hinzu kommt, dass ein Weltmarktführer mit gesunder Finanzstruktur dann auch noch Förderungen erhält und annimmt, die er eigentlich gar nicht benötigt – bessert das die allgemeine Finanzmisere in Deutschland?
Soziale Verantwortung sieht für uns anders aus !