Flyer 001 vom 28. Februar 2008
„Grüner Süden erneut in Gefahr ?“
Vögele, Industriegebiet Süd, Rheinquerung – was noch !
Sind wir noch zu retten ? – JA, noch ist nichts verloren !!!
Die Mannheimer Firma Vögele will mit ihren bestehenden 1.000 Mitarbeitern (davon ca. 150 Leiharbeitern, 15%!!), ins Rheingönheimer Oberfeld umziehen. Das gewünschte Gebiet (Ackerland!!) wurde mit Unterstützung der Ludwigshafener Stadtverwaltung gekauft. Laut Vögeles Rechtsvertreters, mit entsprechenden Rücktrittsklauseln, sollte es Schwierigkeiten geben. Viele Bürger und Betroffene in den Ortsteilen Rheingönheim, Gartenstadt, Maudach, Mutterstadt, sowie Limburgerhof haben von diesen Plänen bestenfalls aus der Zeitung erfahren.
Einige Informationen und Fakten zum Stand der Planungen
Auf dem Bild unten ist das für den Neubau der Firma Vögele vorgesehene Gebiet markiert.
- Die derzeit ca. 1.000 Mitarbeiter (vorwiegend aus badischem Raum kommend) sollen überwiegend mit dem eigenen Pkw zur Arbeit kommen. Spätnachmittags sind keine wirkliche Alternativen vorhanden und nachts schon gar nicht.
- Dies würde mindestens 2.700 Fahrzeugbewegungen in 24 Stunden im Mehrschichtbetrieb bedeuten – also rund um die Uhr, auch Sonn- und Feiertags – auch jede Menge LKW´s.
- Es wurde ein Bahnanschluss für das Gebiet mit nächtlichem Rangierbetrieb gefordert und dies wird derzeit geprüft.
- Etwa 50 Hektar (500.000m2) beste landwirtschaftliche Ackerfläche zw. Maudach und Rheingönheim ist als Plangebiet ausgewiesen, davon sollen ca. 35 Hektar (350.000m2) vollflächig, unwiderruflich zubetoniert werden. Das gesamte Gebiet nutzt derzeit dem
Naturhaushalt und dient der Verhinderung von Aufheizeffekten als Frischluftschneise
für LU und MA. - Noch im regionalen Raumordnungsplan 2004 ist das Gebiet als landwirtschaftliche Fläche dargestellt. Eine Industrieansiedlung war so nicht geplant.
Wieso vermittelt die Stadt Ackerflächen zur industriellen Nutzung und plant erst dann?! – Gutachten werden nachgereicht, sagt die Stadtführung !!! - Die Gebäudehöhe soll ca. 15-20 Meter betragen, mit entsprechenden Auswirkungen auf Bodenversiegelung und Landschaftsbild – und vor allem Schall/Lärm.
- Entfernung zu
Adamshof keine 100m,
Rheingönheim 550m,
Gebiet bei Dhauner Strasse 600m,
Limburgerhof 900m
Maudach u. Mutterstadt je ca. 1300m.
- Der rheinland-pfälzische
Wirtschaftsminister Hering möchte die Rheinquerung bei Altrip (siehe Karte)
wieder in den
Bundesverkehrswegeplan 2012
einbringen. Erst vor kurzem wurde sie nach jahrelangen Bemühungen wegen zu schweren Eingriffen in die Natur
und Beeinträchtigungen von
Wohngebieten komplett gestrichen.
Offene Fragen….
….zur weiteren Entwicklung….
Wie aus der Plandarstellung ersichtlich, ist das gesamte Gebiet zwischen der Bahnlinie
Neustadt-Ludwigshafen im Osten, der K7 und der Gartenstadt im Norden, Maudach und
Mutterstadt im Westen und Limburgerhof im Süden größer, als das derzeit für die Firma
Vögele geplante Gebiet. Es besteht also die Gefahr der Ansiedlung weiterer Industrie- und
Zulieferbetriebe, sowie die Erweiterung des Gebietes und weiterer Umweltbelastungen.
Stehen wir somit am Anfang eines zukünftigen „Industriegebietes Süd“?
Bereits 1998 hatte die Verwaltung im Entwurf des Flächennutzungsplanes in einem Teilbereich des Oberfeldes eine Gewerbefläche ausgewiesen. Aufgrund vieler Einwendungen u.a. der damaligen
Bezirksregierung, des Wasser- und Bodenverbandes, der Landwirtschaftskammer und von Umweltverbänden wurde die Fläche laut Stadtratsbeschluss vom 16.03.1999 sodann als Untersuchungsfläche
gekennzeichnet. Ergebnisse von durchgeführten Untersuchungen in den letzten 9 Jahren wurden bisher nicht vorgelegt und auch seitens der Stadt nicht einmal erwähnt – gab es überhaupt welche?
Warum wurde der Stadtrat erst am 23. Januar 2008 offiziell informiert und wieso haben die sogleich mehrheitlich zugestimmt, wo bleibt hier die Bürgernähe?
Wurden die ökologischen Fragen und die Interessen der betroffenen Bürger
ausreichend ermittelt und abgewogen? – Wohl kaum, oder wurden Sie gefragt?
Ohne weitere Anschlüsse an Autobahn und Bahn muss der zusätzliche Pkw- und Lkw-Verkehr über das bestehende Straßennetz abgewickelt werden – welche Folgen hat das?
Die betroffenen Gebiete gelten wegen ihrer
Wohnqualität als wohnenswert in der Bevölkerung.
Laut Begründung zur Änderung zum Flächen-nutzungsplan Nr.15 im Januar 2008 heißt es:
Bei anderen Standorten gab es Probleme… u.a. mit der unmittelbaren Nähe von schützenswerten Wohngebieten.
Wo wohnen wir? Und wie ändert sich das und wer trägt/ersetzt den eventuellen massiven Wertverlust durch die Nähe eines produzierenden(!!) Gewerbegebietes?
Mit der Bezeichnung „Grüner Süden“ wurde und werden mehrere Neubaugebiete in der Gartenstadt, Maudach und Rheingönheim beworben und jungen Familien eine Idylle versprochen – wie vereinbart sich das?
Was wird in Zukunft aus dem „Grünen Süden“ der Stadt?
Aufgrund der unbefriedigenden Ausgangslage, haben wir die Bürgerinitiative „Für den Grünen Süden“ gegründet.
Sind wir bereit, für die Gewinne der Industrie und den „guten Ruf“ der Stadtführung sowie deren höheren Ziele, unsere Lebensqualität vollkommen einzubüßen.
Wir sind unabhängige, aber interessierte und betroffene Bürger.
Wenn Sie mehr Infos möchten und /oder uns unterstützen wollen (sei es per Unterschrift oder anderweitig – gerne auch aktiv), dann nutzen Sie die unten angegebenen Kontaktmöglichkeiten (falls AB, rufen wir zurück!).
Nur wer sich einbringt, kann den weiteren Verlauf beeinflussen – unterstützen Sie uns!
Schau nicht zu – tu was!
