24. September 2008

Bisher viel Staub aufgewirbelt und wie man sieht, bleibt das so!!

Seit öffentlich wurde, dass Vögele nach LU will, wird viel Staub aufgewirbelt – weil nie gekehrt wurde oder weil es ein schmutziges Geschäft ist, vermögen wir nicht zu beurteilen. Eines aber scheint mittlerweile offensichtlich: sauber geht es hier nicht zu.
Die BI streckt wieder ihre Fühler aus und was wir da so mitbekommen, wird uns noch beschäftigen!
Und jetzt….
…ob die Menschen im Neubruch wussten, dass der Industriepark Süd immer näher zu ihnen rückt?…
Industriepark_1
Dorthin soll ja auch der Wertstoffhof verlagert werden, dichter zu den Wohngebieten…da muss so mancher nicht mehr so weit fahren und….der derzeitige Wertstoffhof wird gerade mit bestem Ackerboden vom “Oberfeld” aufgefüllt, um die Müllberge zu renaturieren….
Industriepark_2
- bester fruchtbarer Ackerboden wird quasi weggeworfen, ein Mitglied hat das verglichen mit dem Bestellen eines Rumpsteaks, um es dann wegzuwerfen und nur die Beilagen zu verspeisen.
Tja, soviel zum Umgang mit unseren Ressourcen in LU.
Schweres Gerät
Bei solch schwerem Gerät wird klar, warum eventuell doch noch vorhandene Kulturgüter nicht den Funken einer Chance hatten, entdeckt zu werden.
Eine Chance, die LU in der Art noch nie hatte, und vermutlich nicht mehr haben wird
- nicht zu vergessen, es ging hier um keltische Fundstätten.
Wohngebiet
Aus der Ferne erkennt man die gigantische Größe.
Größer als das gesamte Wohngebiet der Dhauner Straße hinter dem alten Metrogelände!
Staub_1
Fußgänger und Fahrradfahrer berichten, dass man bei entsprechender Windlage Schwierigkeiten hat beim Atmen, wenn man das Gebiet entlang der Bahn passiert.
Wie zu sehen ist, kann man das nachvollziehen. Eine andere Art der Feinstaubbelastung.
Staub_2
Der Staub zieht seine Kreise, genässt wird nicht – wen kümmerts, keine Zeit !?
Staub_3
Die stark von LKWs frequentierten Straßen nach Rheingönheim bringen sogleich eine Lärmbelastung mit sich, die bereits ihre festen Gegner gefunden hat.
Nutzen Sie das Formular der letzten Ausgabe der städtischen Zeitschrift “Neue LU” zur Angabe von Lärmbelästigungen oder lesen Sie hier nochmal nach, falls Sie es versehentlich übersprungen haben (immerhin war auf der Karte der südliche Teil mal wieder nicht abgebildet, nicht dass Jemand meint, es beträfe ihn nicht!).
Hier also ein Link, der Sie weiter informiert:
Lärmaktionsplan udn Lärmkartierung der Stadt LU

Sie können Ihre Meinung über den Lärm in LU der Stadt auch per Email mitteilen. Wenn Sie den obigen Link verfolgen, finden Sie im Text eine entsprechende Emailadresse – aber eilig,
gilt nur noch bis zum 15.Oktober !!

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3. September 2008

Werden im Oberfeld aus Zeitdruck archäologische Kulturdenkmäler vernichtet?

In Ludwigshafen im Oberfeld finden umfangreiche Ausgrabungen statt, da sich die Annahme erhöhter Fundstätten von archäologischem Interesse in dem geplanten Ansiedlungsgebiet der Firma Vögele bestätigt hat.
Im Verlauf der Offenlegung behauptete die Stadt, dass in dem Gebiet nicht mit Funden zu rechnen sei, woraufhin die Generaldirektion Kulturelles Erbe in Speyer die Stadtverwaltung aufrief diese Aussage zu revidieren und richtig zu stellen, da sogar mit erhöhten Funden in dem Gebiet zu rechnen sei.
Eine Richtigstellung folgte jedoch nie, dreist wurde gar behauptet:”Hinweise von der zuständigen Behörde liegen nicht vor.” (FNP1999 Änderung Nr.15 “Im Oberfeld” Vom Stadtrat der Stadt Ludwigshafen am 16.06.2008 im Rahmen des Feststellungsbeschlusses beschlossene Fassung S.52 Stellungnahme der Verwaltung gegenüber den Bürgereinwänden wegen Verletzung des Schutzgutes kulturellen Erbes)

Ausgrabungen_1
Im Laufe der Offenlegung, hat die Landesarchäologie über die Generaldirektion Kulturelles Erbe in Speyer der Stadtverwaltung Ludwigshafen die Kompromissbereitschaft auf großflächige Grabungen zu verzichten bekundet, vorausgesetzt die durch Prospektion erkannten Denkmäler können in genügend zeitlichem Abstand vor Beginn der Bauarbeiten archäologisch untersucht und die Funde geborgen werden.
Man teilte also unmissverständlich mit, dass man sich mit punktuellen Sondagen begnügen würde, aber diese eben zeitlich rechtzeitig vor Baubeginn durchführen können muss – genau da liegt der Knackpunkt.

In persönlichen Gesprächen mit den Ausgrabenden vor Ort wurde selbst am 03.09.2008 noch klar hervorgehoben, dass viele weitere Fundstellen mangels Zeit nicht bearbeitet werden können, weil der Bau massiv vorangetrieben werden soll und bereits Laster und Bagger rollen. Die unmittelbar Betroffenen drückten deutliches Bedauern aus.

Ausgrabungen_2
Für die Mitglieder der BI fühlt sich das an, als hätte man sich mal wieder versprochen.
In einem Schreiben an Frau Dr. Lohse (OB) und an die Generaldirektion bitten wir diese um Unterstützung zur Einhaltung der Zusagen, so dass gewährleistet werden kann, dass das kulturelle Erbe auch wirklich gesichert werden kann.
Solche Untersuchungen sind nicht mit riesigen Baggerschaufeln möglich, die mit jeder Schaufel mindestens einen Kubikmeter Erde ausheben – im Allgemeinen finden solche Ausgrabungen mit Spateln und Feinwerkzeugen statt, um Schäden zu vermeiden und dauern entsprechend lange.

Ausgrabungen_3
Auch wenn die Bebauung nicht verhindert werden kann, so sollte doch der Allgemeinheit kein weiterer Schaden zugefügt werden, indem man die öffentlichen Interessen gänzlich hinter wirtschaftliche Interessen stellt.

Schlimm genug, dass das zuerst gefundene Skelett entwendet wurde. Auch dass die Öffentlichkeit nicht weiter über Funde informiert wird, findet die BI mehr als schade, nicht oft können Menschen so nah an Ausgrabungen mit Funden teilhaben.

Ausgrabungen_4
Die Funde sind laut vorsichtigen Aussagen auf etwa 700 vor Christus einzustufen und unzweifelhaft keltischen Ursprungs, das zweite Skelett (siehe Bilder) könnte sogar älter sein. Gerade aus der Keltenzeit gibt es wenige Informationen, so dass man froh ist über jede Art von Information, die man aus dieser Epoche sammeln kann – umso unverständlicher, dass dies hier nicht berücksichtigt werden soll.
Wenn eine keltische Kultstätte mit Opferstelle gefunden wird wie hier, kann man davon ausgehen, dass ein Dorf nicht weit entfernt war, nur wo und wie soll man das finden, wenn die Zeit drängt und einer professionellen Arbeit nicht den nötigen Raum bietet?

Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, hier ein paar Bilder zu veröffentlichen, die bisher der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht wurden – auch die Presse blieb sehr zurückhaltend, warum wissen wir nicht.

Ausgrabungen_5

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